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04. September 2019

Landbauer: Lassen wir unsere Wirte selbstbestimmt leben!

FPÖ NÖ startet Kampagne zum Erhalt der Wirtshauskultur

Landbauer: Das Wirtshaus muss uns allen etwas wert sein!

FPÖ NÖ startet Kampagne und will das Wirtshaussterben stoppen, bevor es zu spät ist

„Jedes Monat sperren alleine in Niederösterreich drei Wirte zu. Und das seit Jahren“, schlägt FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer Alarm. Diesen katastrophalen Umstand bestätigen die jüngsten Zahlen der Wirtschaftskammer, wonach seit dem Jahr 2000 mehr als 580 Wirte in Niederösterreich ihren Betrieb einstellen mussten. Das bedeutet einen Rückgang von rund 20 Prozent in nur zehn Jahren. „Das merkt man leider auch, wenn man landauf und landab unterwegs ist und man sich in unserem Heimatbundesland bereits schwer tut, ein Wirtshaus zu finden. Das ist mittlerweile ein echtes Problem und leider auch der Beweis dafür, dass die ÖVP für die Wirte schon lange nichts mehr übrig hat“, sagt Landbauer.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand! „Die Schikanen, denen die Wirte ausgesetzt sind, nehmen kein Ende und werden laufend mehr“, verweist Landbauer auf den Bürokratie-Dschungel in der Gastronomie. In den letzten Jahren sind die bürokratischen Hürden um die Registrierkasse, die Allergenverordnung, das Rauchergesetz und eine absurde Pommes-Verordnung ergänzt worden. „Von dem, was verdient wird, muss immer mehr investiert werden. Dazu kommen unglaublich hohe Lohnnebenkosten, Sozialversicherungsabgaben und in den letzten Jahren Investitionen in Lüftungsanlagen und getrennte Räumlichkeiten“, erklärt Landbauer.

 

Bei dem vorliegenden „bürokratischen Marathon“ ist es nicht verwunderlich, dass alleine die Buchhaltung fünf bis zehn Prozent des Umsatzes verschlingt. „Ein echtes ,Gschäft´, wie man so schön sagt, ist ein Wirtshaus schon lange nicht mehr. Umso wichtiger ist es, dass wir uns der sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung einer Gaststätte im Ort wieder bewusst werden“, so Landbauer.

Für die Freiheitlichen ist das Wirtshaus nämlich weit mehr als nur ein Speiselokal. „Das Wirtshaus ist eine wichtige Kommunikationsstätte und bringt der Gemeinde einen Wert, den man nicht beziffern kann. Das Wirtshaus ist der Ort, der in geselliger und launiger Atmosphäre alle zusammenschweißt, wo man sich am Stammtisch kein Blatt vor den Mund nehmen muss und Meinungen sowie Gedanken austauscht. Das darf bei Gott nicht verloren gehen“, betont Landbauer.

Tatsächlich geht das Wirtshaus oftmals erst dann ab, wenn es zu spät ist und der „Wirt von nebenan“ seine Pforten für immer geschlossen hat. „Ich appelliere hier auch an alle unsere Landsleute, sich des sozialen und kulturellen Wertes unserer Wirtshäuser wieder bewusst zu werden. Wir Freiheitliche werden jedenfalls alles tun, damit unsere niederösterreichsichen Wirte eine echte Zukunft haben“, verspricht Landbauer.

Wirtshauskultur: Es braucht klares Bekenntnis der Politik!

FPÖ NÖ präsentiert konkrete Maßnahmen zum Erhalt der Wirtshauskultur

„Das Wirtshaus gehört für mich zu Niederösterreich genauso wie die Neutralität zur Republik Österreich. Das sind Errungenschaften, die wir niemals aufgeben dürfen, sondern pflegen und bewahren müssen“, bekräftigt Landbauer. Mit insgesamt sechs konkreten Maßnahmen will die FPÖ NÖ die Wirtshauskultur nicht nur erhalten, sondern fördern und junge Menschen dazu bewegen, ein Gasthaus wieder aufzusperren und zu betreiben.

• Jungwirte-Darlehen: Fehlendes Geld beim Einstieg in den Wirte-Betrieb ist einer der Hauptgründe, dass so manches traditionelle Wirtshaus nicht mehr fortgeführt werden kann. Das Land Niederösterreich soll hier mit einem günstigen Jungwirte-Darlehen (0,2 Prozent Verzinsung) von max. 150.000 Euro bzw. 60 Prozent der förderbaren Summe einspringen und jungen Gastronomen zur Seite stehen.

„Ich glaube an unsere jungen und engagierten Unternehmer, die eine Chance verdient haben und unterstützt werden müssen“, will Landbauer vor allem angehende Jungwirte motivieren, Betriebe zu übernehmen oder gar selbst ein neues Wirtshaus nach ihren Vorstellungen aufzumachen. „Das muss dem Land Niederösterreich etwas wert sein“, so Landbauer.

• Übernahmeförderung: Nach den gleichen Maßstäben wie beim Jungwirte-Darlehen sollen genauso „erfahrene“ Gastronomen, die sich dazu entschließen, ein Wirtshaus zu übernehmen, gefördert werden. Die Übergabe an einen Nachfolger scheitert nämlich in der Regel an den finanziellen Mitteln. 15 Prozent der Investitionskosten sollen dabei vom Land getragen werden.

• Wirtshaus-Prämie: Sollte es sich bei einer Übernahme oder einem neuen Betrieb um das letzte bzw. einzige Wirtshaus im Ort handeln, soll zusätzlich eine Prämie von 10.000 Euro seitens des Landes zur Verfügung gestellt werden. „Auch die Gemeinden müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden und sollten zumindest die Hälfte der Prämie mitfinanzieren“, erklärt Landbauer. Das Darlehen sowie die Fördermaßnahmen will Landbauer an zwei Bedingungen knüpfen. „Im geförderten Wirtshaus sollen regionale Speisen à la carte angeboten werden und es sollte zumindest fünf Tage in der Woche geöffnet haben“, so der freiheitliche Landesobmann.

• Vorbild Politik: Das Wirtshaus ist eine wichtige Einrichtung für jede Gemeinde und Teil der niederösterreichischen Kultur. „Es muss zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass man nach der Gemeinderatssitzung noch zum Wirten geht, dort etwas konsumiert und sich mit der Bevölkerung austauscht“, fordert Landbauer eine stärkere Vorbildwirkung der Politik ein.

• Bürokratie-Abbau: Seit Jahren diskutieren und versprechen die politischen Verantwortungsträger den Abbau bürokratischer Hürden. „Es fehlen alleine die Taten“, übt Landbauer Kritik. Die FPÖ NÖ will dazu einen Wirte-Stammtisch mit erfahrenen Wirten einberufen, um den „Bürokratie-Dschungel“ aus der Praxis heraus ein für allemal für Wirtshäuser zu entrümpeln.

• Auf unsere Jugend bauen: „Unsere Jungen sind die Wirte von morgen. Umso eher müssen wir in die Ausbildung unserer eigenen Jugend investieren und mit einer Fachkräfteoffensive kommende Generationen für den Beruf begeistern. Zuwanderung wird das Überleben der traditionellen Wirtshäuser wohl nicht sichern und ist der völlig falsche Weg“, betont Landbauer.

Rauchverbot: Ja, es braucht Ausnahmen für Lokale!

FPÖ NÖ will Wirte und Gäste selbstbestimmt handeln lassen

„Der Eiertanz, den ÖVP und SPÖ beim Rauchverbot aufgeführt haben, entbehrt jeglicher Vernunft und ist eine einzigartige Schikane gegenüber allen Wirten, Lokalbetreibern und vor allem Konsumenten“, spricht FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer Klartext. Seit dem Jahr 2009 drehen sich schwarze und rote Politiker bei diesem Thema wie ein Fähnlein im Wind und tanzen der Gastronomie und den Gästen auf der Nase herum. „Wir Freiheitliche haben dabei die Wahlfreiheit immer über die staatliche Verbotskultur gestellt und unser Versprechen im Zuge der Regierungsbeteiligung umgesetzt“, betont Landbauer.

Nachdem die schwarz-rote Allianz das radikale Rauchverbot mit aller Gewalt durchgepeitscht hat, drängt die FPÖ Niederösterreich auf klare Ausnahmeregelungen. „Wir wollen Wirte, Lokalbetreiber und Gäste selbstbestimmt handeln lassen. Das bedeutet, den status quo erhalten und Rechtssicherheit herstellen“, sagt Landbauer.

Den aktuellen Vorstoß der Nachtgastronomen befürwortet die FPÖ NÖ, stellt aber klar, dass es Ausnahmeregelungen für alle Sparten braucht. „Unsere Wirte im ländlichen Raum müssen genauso berücksichtigt werden wie Bars und Diskotheken. Auch für Zeltfeste kann ich mir Ausnahmeregelungen ab einer gewissen Uhrzeit vorstellen“, sagt Landbauer. Damit wäre die Debatte ein für allemal vom Tisch.

„Lassen wir unsere Gastronomen arbeiten und die Gäste frei und selbstbestimmt handeln. Die Politik muss nicht in jeden Lebensbereich eingreifen und soll endlich damit aufhören, Unternehmer andauernd zu schikanieren und ihnen Steine in den Weg zu legen“, so Landbauer.


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